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Samsung UN40B7000 im Rückblick: warum dünn nicht gleich gut im Dunkeln ist

Der Samsung UN40B7000 steht rückblickend für ein Versprechen, mit dem die ersten LED-Fernseher in die Wohnzimmer drängten: Ein Bildschirm könne so flach sein wie ein Bilderrahmen. Das Gerät gehörte zu den ultraschlanken Edge-lit-Modellen, bei denen die Leuchtdioden nicht hinter dem Bild sitzen, sondern am Rand. Genau diese Bauweise machte das dünne Gehäuse möglich, und genau sie legte auch fest, wo die Grenzen des Bildes lagen.

Wer verstehen will, warum ein moderner Fernseher heute so aussieht und so verkauft wird, wie er es tut, kann das an diesem alten Samsung gut ablesen. Der B7000 war kein schlechtes Gerät. Er war ein ehrliches Beispiel dafür, dass ein Kompromiss selten laut angekündigt wird; man sieht ihn erst, wenn das Bild dunkel wird.

Warum das Gehäuse so dünn werden konnte

Ein LED-Fernseher ist im Kern ein LCD. Die Flüssigkristalle erzeugen kein eigenes Licht; sie wirken wie Millionen winziger Jalousien, die eine dahinterliegende Lichtquelle mehr oder weniger durchlassen. Bei älteren Flachbildgeräten war diese Quelle eine Leuchtstoffröhre, beim UN40B7000 waren es Leuchtdioden. Das „LED“ im Namen beschreibt also nur die Beleuchtung, nicht die Art, wie das Bild entsteht.

Bei einem Edge-lit-Gerät sitzt eine schmale LED-Leiste an einer oder zwei Kanten des Panels, oft unten oder an den Seiten. Damit dieses Randlicht die gesamte Fläche erreicht, liegt hinter dem Bild eine Lichtleiterplatte aus klarem Kunststoff. Sie leitet das Licht durch Totalreflexion in die Fläche, und ein feines Punktraster auf ihrer Rückseite lenkt es nach vorn zum Betrachter. Über ihr liegen Streufolien, die den Rest der Ungleichmäßigkeit glätten. Weil keine LED-Matrix hinter dem Panel Platz braucht, schrumpft die Bautiefe auf wenige Millimeter.

Das war der ganze Trick, und der Grund für die Schauwerte im Laden.

Was Edge-lit beim Schwarzwert kostet

Ein LCD kann sein Licht nie vollständig abschalten. Selbst wenn ein Pixel „Schwarz“ zeigen soll, sperren Flüssigkristall und Polarisatoren das Hintergrundlicht nur zu einem sehr hohen Anteil, nicht zu hundert Prozent. Ein Rest sickert durch. Deshalb wirkt reines Schwarz auf einem einfachen LCD eher wie ein dunkles Grau, sichtbar vor allem im abgedunkelten Raum. Wie tief das native Schwarz gerät, hängt stark vom Panel-Typ ab: Ein VA-Panel sperrt das Restlicht deutlich gründlicher als ein IPS-Panel, weshalb in kontraststarken LCDs bis heute meist VA steckt, während IPS seine Stärke eher im weiten Blickwinkel ausspielt.

Der eigentliche Hebel gegen graues Schwarz heißt lokales Dimmen: Man dunkelt die Beleuchtung genau dort ab, wo das Bild dunkel ist. Bei einem Full-Array-Gerät sitzen die LEDs in einem Raster hinter dem Panel und lassen sich in vielen einzelnen Zonen regeln. Ein Edge-lit-Gerät kann das nur sehr grob, wenn überhaupt. Es lässt bestenfalls ganze senkrechte oder waagerechte Streifen heller oder dunkler werden, weil das Licht ja von der Kante kommt. Ein heller Punkt auf schwarzem Grund zwingt dann einen kompletten Streifen, hell zu bleiben.

Das Ergebnis kennt jeder, der einen Abspann auf so einem Bildschirm gesehen hat: Um weiße Schrift auf schwarzem Grund legt sich ein blasser Hof, das sogenannte Blooming. Entweder man lässt die Zone hell und nimmt den Lichthof in Kauf, oder man dunkelt sie ab und verliert dabei Details, die eigentlich sichtbar sein sollten. In hellen Alltagsinhalten, bei Nachrichten, Sport am Tag oder den meisten Serien, fiel davon fast nichts auf. Im dunklen Film wurde die Schwäche zur Hauptrolle.

Ausleuchtung, Clouding und die Tücken der großen Fläche

Randbeleuchtung hat ein zweites, leiseres Problem: die Gleichmäßigkeit. Licht, das von einer Kante bis zur gegenüberliegenden Seite wandern soll, kommt nicht überall exakt gleich stark an. In der Nähe der LED-Leiste ist es oft eine Spur heller, zur Mitte hin kann es abfallen. Kleinste mechanische Toleranzen, Druck auf die Lichtleiterplatte oder Temperaturunterschiede führen zu Wolken und helleren Flecken, die man Clouding oder Flashlighting nennt. Sichtbar wird das meist nur vor einer gleichmäßig dunklen Fläche, dem berüchtigten schwarzen Vorspann oder einem nächtlichen Himmel.

Verwandt ist der Dirty-Screen-Effekt: Fährt die Kamera langsam über eine einfarbige Fläche, etwa den Rasen eines Fußballfelds, treten leichte Helligkeitsschwankungen als schlierige Streifen hervor. Das ist kein Defekt eines einzelnen Geräts, sondern eine Eigenart der Bauart und der Fertigungsstreuung. Ein UN40B7000 aus einem guten Los konnte hier ordentlich aussehen, ein anderes Exemplar derselben Serie sichtbar schlechter. Das ist der Teil, den ein Datenblatt nie verrät.

Was der B7000 nicht konnte, und warum das heute zählt

Das Gerät stammt aus der Full-HD-Zeit. 4K gab es im Wohnzimmer noch nicht, HDR als Format war Jahre entfernt, und die Idee, mit Quantenpunkten den Farbraum aufzuspannen, steckte noch im Labor. Was der Fernseher an „smarten“ Funktionen bot, wirkt aus heutiger Sicht rudimentär. Bewegtbild verbesserte diese Generation vor allem über Zwischenbildberechnung, die aus zwei echten Bildern ein künstliches drittes rechnet, für mehr Laufruhe, aber oft mit jenem glatten, seifigen Look, den viele bis heute sofort abschalten.

Ein LCD dieser Art tut sich zudem schwer damit, schnelle Bewegung sauber zu zeigen: Die Flüssigkristalle brauchen Zeit zum Umschalten, und bei dunklen Szenen wird dieser Nachzieheffekt am ehesten sichtbar.

Warum lohnt der Blick zurück trotzdem? Weil die Kernfrage dieselbe geblieben ist. Ob ein Fernseher ein überzeugendes Bild macht, entscheidet sich nicht an der Auflösung auf dem Karton, sondern daran, wie fein er sein Licht steuern kann. Der UN40B7000 konnte das kaum, und deshalb war er dünn und im Dunkeln durchschnittlich zugleich. Genau dieser Zusammenhang, Bauform gegen Bildkontrolle, trägt bis in die aktuellen Preislisten.

Die Fragen, die beim Kauf bis heute die richtigen sind

Steht man heute vor einem LCD-Fernseher, sind es dieselben drei Fragen wie damals, nur mit neuen Antworten. Erstens: Edge-lit oder Full-Array? Randbeleuchtung ist noch immer die günstige, dünne Variante mit den bekannten Schwächen; Full-Array mit lokalem Dimmen kontrolliert Schwarz und Kontrast spürbar besser. Zweitens: Wie viele Dimmzonen? Mehr Zonen bedeuten kleinere Lichthöfe und sauberere Übergänge, wobei der Gewinn mit steigender Zahl abflacht. Mini-LED treibt dieses Prinzip auf die Spitze, indem es die Hintergrund-LEDs winzig macht und auf sehr viele Zonen verteilt, dieselbe LCD-Idee, nur mit weit feinerer Lichtsteuerung.

Drittens: Wie hell wird das Gerät wirklich? Für HDR zählt nicht die Zahl der Zonen allein, sondern ob die hellen Spitzen im Bild kräftig genug herausstechen, ohne dass die Umgebung mit aufblüht. Und dann gibt es den Ausweg, den es zu Zeiten des B7000 noch nicht gab: selbstleuchtende Panels. OLED und QD-OLED brauchen gar keine getrennte Hintergrundbeleuchtung, weil jeder Bildpunkt sein eigenes Licht erzeugt und sich komplett abschalten kann. Schwarz ist dort wirklich schwarz, Blooming entfällt. Erkauft wird das mit einer geringeren Dauerhelligkeit über die volle Fläche und mit der bekannten Sorge vor dem Einbrennen bei stundenlang stehenden Standbildern.

Ein Wort noch zur Vorsicht bei Namen. „QLED“ klingt nach OLED, ist aber weiterhin ein LCD mit Hintergrundbeleuchtung, dem Quantenpunkte zu mehr Farbe verhelfen; selbstleuchtend ist daran nichts. Wer diese Begriffe auseinanderhält, kauft nicht am Etikett vorbei. Die konkreten Unterschiede zwischen den Beleuchtungsarten stehen auf unserer Seite zur Hintergrundbeleuchtung, und wie Samsung diese Technik über die Jahre weiterentwickelt hat, zeigt die Übersicht zu Samsungs Fernsehtechnik.