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LG 42-Zoll-LED-TV im Rückblick: Was Edge-lit konnte, und was nicht

Dieser Fernseher gehört zu den frühen LED-Geräten, und gerade deshalb lohnt der Blick zurück. Er erzählt eine Geschichte, die sich seither in jeder neuen Panel-Generation wiederholt hat: Eine Technik wird als großer Sprung verkauft, dabei betrifft die Neuerung oft nur einen Teil der Bildkette. Als LG den 42-Zöller mit LED-Hintergrundbeleuchtung auf den Markt brachte, war das Verkaufsargument vor allem die Bauform. Das Gerät war flach und leicht, auf eine Weise, die mit der alten Beleuchtung schlicht nicht möglich gewesen wäre.

Der Rest des Fernsehers blieb ein klassischer LCD. Genau da liegt die Lehre, die das Gerät bis heute brauchbar macht, wenn man verstehen will, was ein moderner Fernseher kann und was nicht.

Was „LED“ damals wirklich beschrieb

„LED-TV“ klingt nach einer eigenen Bildtechnik, ist aber keine. Gemeint ist ein Flüssigkristall-Bildschirm, also ein LCD, dessen Hintergrundlicht von Leuchtdioden statt von Leuchtstoffröhren kommt. Die Dioden erzeugen kein Bild. Sie leuchten nur, weiß und flächig, hinter dem eigentlichen Panel. Alles, was man als Bild wahrnimmt, entsteht eine Schicht weiter vorn. Das ist der ganze Unterschied zwischen „LED“ und selbstleuchtenden Techniken, bei denen jeder Bildpunkt sein eigenes Licht macht.

Vor den LEDs kamen Kaltkathoden-Leuchtstoffröhren zum Einsatz, kurz CCFL. Sie waren dicker, brauchten mehr Strom und ließen sich kaum fein steuern. Der Wechsel auf Leuchtdioden brachte zunächst drei handfeste Vorteile: geringeren Verbrauch, ein schlankeres Gehäuse und, je nach Bauart, die Möglichkeit, das Licht örtlich zu regeln. Der 42-Zöller nutzte vor allem die ersten beiden. Der dritte, für die Bildqualität entscheidende Vorteil blieb bei dieser Bauform weitgehend ungenutzt. Mehr dazu steht auf der Seite zur Hintergrundbeleuchtung.

Edge-lit: der Preis der schlanken Bauform

Bei diesem Gerät saßen die Leuchtdioden nicht hinter dem Bild, sondern am Rand des Panels. Eine Lichtleiterplatte, eine klare Kunststoffscheibe hinter dem Bildschirm, nahm das seitlich eingespeiste Licht auf und lenkte es über die gesamte Fläche nach vorn, unterstützt von Streu- und Prismenfolien, die die Helligkeit vergleichmäßigen. Das ist ein eleganter Trick. Er erlaubt Gehäuse von wenigen Zentimetern Tiefe, weil hinter dem Panel keine Lampenreihe mehr Platz braucht.

Der Haken steckt in der Physik der Verteilung. Licht, das von der Kante kommt, ist an den Rändern von Natur aus heller als in der Mitte, und schon kleine Ungleichmäßigkeiten der Platte werden als Wolken oder helle Flecken sichtbar, vor allem auf einer gleichmäßig dunklen Fläche wie einem Abspann oder einem nächtlichen Himmel. Fachleute nennen das Clouding oder, wenn es an den Ecken aufblitzt, Spotlighting. Ein Full-Array-Gerät mit Dioden über die ganze Rückwand tut sich hier deutlich leichter.

Schwerer wiegt, dass eine reine Edge-Beleuchtung das Bild kaum örtlich abdunkeln kann. In einer Szene mit einem hellen Fenster in einem dunklen Raum müsste das Backlight hinter dem Fenster hell strahlen und überall sonst dunkel bleiben. Eine randseitige Beleuchtung leistet das nicht; im besten Fall regelt sie das Licht in groben Streifen, in den günstigsten Geräten dimmt sie den gesamten Schirm als Ganzes ab. Dann wirkt das Bild in dunklen Passagen, als würde es atmen. Und wo doch gedimmt wird, wandert oft ein sichtbarer Lichthof mit, das berüchtigte Blooming.

Wie viel Kontrolle die Beleuchtung überhaupt zulässt, entscheidet der Sprung zu echtem Local Dimming mit vielen Zonen.

Warum Schwarz oft grau blieb

Um die Grenzen dieser frühen LED-Fernseher zu verstehen, hilft ein Blick auf den Aufbau eines LCD. Von hinten nach vorn liegen dort: das Backlight, ein Polarisationsfilter, die Flüssigkristallschicht mit ihren Dünnschichttransistoren, die Farbfilter für Rot, Grün und Blau und schließlich ein zweiter Polarisationsfilter. Das Backlight leuchtet ununterbrochen. Die Flüssigkristalle drehen sich je nach angelegter Spannung und lassen mehr oder weniger Licht durch. Sie sind das Ventil, nicht die Lichtquelle.

Ein Ventil schließt nie ganz. Selbst bei der Anzeige von Schwarz lässt die Kristallschicht einen kleinen Rest Licht passieren. Ohne örtliches Dimming leuchtet das Backlight hinter einem schwarzen Bild genauso stark wie hinter einem weißen, und dieser Rest macht aus echtem Schwarz ein dunkles Grau. Wie gut ein LCD das kaschiert, hängt stark vom Paneltyp ab. VA-Panels sperren das Licht besser und zeigen sattere Schwarzwerte, dafür verblasst die Farbe zur Seite hin schneller. IPS-Panels bleiben aus dem Blickwinkel stabil, wirken im Dunkeln aber häufig milchiger.

Ob im 42-Zöller VA oder IPS steckte, verriet das Etikett „LED“ nicht, und genau das war der Punkt.

Den ganzen Kontrast zwischen Lampe und Panel behandelt die Seite LED-TV vs. LCD-Fernseher ausführlicher.

Was seither dazugekommen ist

Die Entwicklung ging in zwei Richtungen. Der eine Weg blieb beim LCD, verfeinerte aber die Beleuchtung. Full-Array Local Dimming verteilt die Dioden über die ganze Rückwand und fasst sie in Dimmzonen zusammen; je mehr Zonen, desto feiner lassen sich Licht und Schatten trennen. Mini-LED treibt das auf die Spitze, mit tausenden winziger Dioden und entsprechend vielen Zonen. Blooming schrumpft dabei deutlich, verschwindet aber nie ganz, weil eine Zone immer größer bleibt als ein einzelnes Pixel.

Der andere Weg verabschiedete das Backlight komplett. Bei OLED leuchtet jedes Pixel selbst und lässt sich einzeln bis auf null abschalten. Das ergibt perfektes Schwarz und einen Kontrast, den ein hintergrundbeleuchtetes LCD prinzipiell nicht erreicht. Der Preis dafür: die Gefahr des Einbrennens bei stundenlang gleichem Standbild und eine geringere Dauerhelligkeit auf großen weißen Flächen. QD-OLED ergänzt das um Quantenpunkte für kräftigere Farben. Etwas verwirrend steht daneben QLED, das trotz des ähnlichen Namens ein LCD mit Quantenpunkt-Folie ist und weiterhin auf ein Backlight angewiesen bleibt.

Zur selben Zeit kam HDR auf, und HDR verlangt Helligkeit. Ein Format wie HDR10, HDR10+ oder Dolby Vision will Spitzlichter zeigen, die weit heller strahlen als der Rest des Bildes. Ein früher Edge-lit-Fernseher, der überall gleich hell leuchtet, kann diesen Unterschied gar nicht darstellen; ihm fehlt sowohl die nötige Helligkeit als auch die örtliche Kontrolle. Deshalb sagt der Aufdruck „HDR-fähig“ wenig, solange die Beleuchtung nicht mitspielt.

Worauf es bei dieser Größe heute ankommt

Wer heute einen Fernseher in dieser Klasse sucht, stellt am besten die Fragen, die schon damals die richtigen gewesen wären. Ist die Beleuchtung edge-lit oder Full-Array? Wie viele Dimmzonen gibt es, und wie hell wird das Gerät in der Spitze für HDR? Welcher Paneltyp steckt drin, VA oder IPS? Und, für Bewegung und Spielekonsole: Beherrscht es 120 Hz und eine variable Bildrate? Diese Antworten trennen ein durchschnittliches von einem guten Bild weit zuverlässiger als das Wort „LED“ auf dem Datenblatt.

Ein paar ehrliche Einschränkungen gehören dazu. Viele LED-Backlights regeln ihre Helligkeit über Pulsweitenmodulation, also durch sehr schnelles An- und Ausschalten; empfindliche Augen nehmen dieses Flimmern bei niedrigen Helligkeitsstufen als unruhiges Bild oder als Ermüdung wahr. Und mehr Auflösung ist nicht alles. Bei rund 42 Zoll und üblichem Sofaabstand fällt der sichtbare Gewinn von 4K gegenüber Full HD kleiner aus, als die Werbung nahelegt, der Abstand zwischen Auge und Schirm bestimmt mit, was das Auge überhaupt noch auflösen kann.

Der alte LG bleibt dafür ein gutes Anschauungsobjekt.

Er war zu seiner Zeit ein solider Fernseher, und er zeigt bis heute, dass die Beleuchtung über das Bild entscheidet, nicht das Kürzel auf dem Karton.